Ein Wort in eigener Sache…

Eigent­lich sind Social-Media-Platt­for­men total cool: Man kann sich in sei­nen [beruf­li­chen] Nischen­the­men ver­net­zen und wert­vol­le Ein­bli­cke in ande­re Berei­che bekom­men. End­lich mal sinn­vol­le Platt­for­men, dach­te ich. Eigentlich…

Denn Social Media ist mitt­ler­wei­le voll von Bei­trä­gen, die kei­nen auf­rich­ti­gen Aus­tausch im Sinn haben, son­dern dazu die­nen, Reich­wei­te zu gene­rie­ren und nur aus die­ser Moti­va­ti­on her­aus erstellt wur­den. Die Sache mit der vir­tu­el­len Reich­wei­te ist: Wir Men­schen schen­ken vor allem den Bei­trä­gen am meis­ten Auf­merk­sam­keit, die uns gleich in den ers­ten Sekun­den packen, die emo­tio­na­li­sie­rend und leicht ver­dau­lich sind. Mit ande­ren Wor­ten: Wir sind der Grund, war­um stump­fes Click­bai­t­ing so ver­dammt gut funk­tio­niert. Und das liegt nicht an Social Media, son­dern dar­an, wie wir es nutzen. 

Postings als Selbstzweck

Vie­le Influ­en­cer las­sen ihre Social Media-Bei­trä­ge zum Bei­spiel von Ghost­wri­tern schrei­ben, was man dar­an erkennt, dass die Bei­trä­ge kei­ne zehn Zen­ti­me­ter Sinn­tie­fe haben und immer den sel­ben Struk­tu­ren, Emo­jis und Mus­tern fol­gen. Oft­mals haben sie sogar ein und den sel­ben Ghost­wri­ter. Pos­ten um des Pos­tens wil­len, weil es der Reich­wei­te dient – das ärgert mich, weil jene Men­schen damit die hin­ter­ge­hen, die sie eigent­lich wert­schät­zen müss­ten: ihre eige­ne Community. 

Die ande­ren schrei­ben wie­der­um Kom­men­ta­re unter Bei­trä­ge, um dar­über auf sich auf­merk­sam zu machen, und nicht, weil sie sich auf­rich­tig für den Bei­trag inter­es­sie­ren. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on unter­ein­an­der bleibt auf der Strecke. 

Content als lieblose Maschine

Wir haben es hier also mit Bei­trä­gen zu tun, die für die Reich­wei­te geschrie­ben wur­den. Hier­wird Con­tent als lieb­lo­se Maschi­ne genutzt. Die­Aus­gangs­la­ge hat sich umge­dreht: Es wird eher über­legt, was man pos­ten kann, um end­lich wie­der pos­ten zu kön­nen, statt erst dann zu pos­ten, wenn man wirk­lich etwas mit­tei­len will.

Es liegt an uns, Bei­trä­gen und Per­so­nen unse­re Auf­merk­sam­keit zu schen­ken, die einen wert­vol­len Bei­trag leis­ten. Ganz nach dem Mot­to „Don’t make stu­pid con­tent famous!“

Auf Eure Anmer­kun­gen in den Kom­men­ta­ren bin ich gespannt… 

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