Don´t work for assholes.

Lan­ge Zeit habe ich immer wie­der Pro­ble­me damit gehabt, mich auf mei­ne krea­ti­ven Pro­zes­se zu kon­zen­trie­ren. Irgend­et­was raub­te mir jedes Mal die Ener­gie, die­se Pro­zes­se vor­an­zu­trei­ben. Statt einen Schritt vor­wärts hat­te ich am Ende des Tages immer wie­der das Gefühlt, drei und mehr Schrit­te zurück gegan­gen zu sein. So sehr ich auch ver­such­te, her­aus­zu­be­kom­men, wor­an das lag – es gelang mir nicht.

Kurio­ser­wei­se gab es dazwi­schen auch Pha­sen, in denen mei­ne Krea­ti­vi­tät einem rei­ßen­den Strom gleich aus mir her­aus spru­del­te. Inner­halb kur­zer Zeit hat­te ich Auf­ga­ben und Arbei­ten erle­digt, zu denen ich mich zu ande­rer Zeit regel­recht zwin­gen muss­te. Und die Ergeb­nis­se, die in einer sol­chen Pha­se ent­stan­den, waren bei Wei­tem bes­ser als das, was ich zustan­de brach­te, wenn ich mich durch die Arbeit quäl­te. War­um das so war, konn­te ich nicht klä­ren.

Irgend­wann habe ich dann damit begon­nen, über die Pha­sen, in denen mei­ne Krea­ti­vi­tät blo­ckiert war, Buch zu füh­ren. Ich notier­te mir die Auf­trags- und Auf­ga­ben­stel­lun­gen, schrieb auf, in wel­chen Pro­jekt­pha­sen die Arbeit stock­te, und wer in die jewei­li­gen Arbeits­pha­sen invol­viert war. Anfangs konn­te ich kei­ne Zusam­men­hän­ge erken­nen und woll­te schon mei­ne Noti­zen im Kamin ver­feu­ern. Doch ich zwang mich auch wei­ter­hin zu mei­nen Noti­zen.

Den ent­schei­den­den Hin­weis gab mir schließ­lich ein lie­ber Freund und Kol­le­ge, dem ich in mei­ner Ver­zweif­lung mei­ne Noti­zen zeig­te. Er sah auf einen Blick, was ich die gan­ze Zeit nicht sehen woll­te: An den Pha­sen, in denen mei­ne Krea­ti­vi­tät blo­ckiert war, waren stets die glei­chen Per­so­nen betei­ligt.

Gemein­sam durch­leuch­te­ten wir nun mei­ne Noti­zen, ana­ly­sier­ten die jewei­li­gen Pha­sen der Krea­tiv­blo­cka­den und such­ten nach Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen. Irgend­wann war mir dann auch klar, war­um es nicht funk­tio­nier­te: In allen Fäl­len war mit am Pro­jekt betei­lig­ten Per­so­nen vor oder wäh­rend der Pro­jekt­pha­se etwas vor­ge­fal­len, mit­un­ter auch nach Abschluss eines Pro­jekts. Manch­mal waren es nur Klei­nig­kei­ten – die in der Sum­me dann zu einer gro­ßen Sache wur­den – , manch­mal waren es Vor­fäl­le, in denen es wirk­lich nicht mehr nur um Belang­lo­sig­kei­ten ging, son­dern um eine bewuß­te Ver­let­zung von Ver­ein­ba­run­gen.

Ich beschloss, mit die­sen Per­so­nen zu reden.

Bei man­chen Per­so­nen hat­ten die Gesprä­che eine gute Basis und im Umgang mit­ein­an­der und in der Zusam­men­ar­beit änder­te sich etwas zum Posi­ti­ven, mit der Fol­ge, dass die Arbeit mit­ein­an­der pro­duk­ti­ver und krea­ti­ver als zuvor wur­de.

Ande­re Per­so­nen stell­ten sich in die­sen Gesprä­chen stur, beharr­ten auf ihren Stand­punk­ten, scho­ben mir den „Schwar­zen Peter” zu, stell­ten For­de­run­gen. Ich beschloss, auch die­sen Per­so­nen für eine wei­te­re Zusam­men­ar­beit eine Chan­ce zu geben, nicht nur ein­mal. Doch letz­ten Endes ärger­te ich mich jedes Mal im Nach­hin­ein dar­über, die Zusam­men­ar­beit fort­ge­setzt zu haben, weil sie nur pro­ble­ma­ti­scher wur­de. Am Ende habe ich für mich beschlos­sen, mit die­sen Per­so­nen nicht mehr wei­ter zusam­men zu arbei­ten.

Mitt­ler­wei­le höre ich ver­stärkt auf mein Bauch­ge­fühl und mer­ke bereits in Vor­ge­sprä­chen für Pro­jek­te, wie die Zusam­men­ar­beit ver­lau­fen könn­te. Wenn ich nur den lei­ses­ten Ver­dacht habe, dass es in einem Pro­jekt zu Unstim­mig­kei­ten kom­men könn­te, neh­me ich mir die Frei­heit, ein Pro­jekt abzu­leh­nen – egal, wie inter­es­sant es sein könn­te. Dass sach­li­che Dif­fe­ren­zen inner­halb eines Pro­jekts natür­lich immer auf­tre­ten kön­nen, ist mir schon bewusst. Aber sowie ich das Gefühl habe, dass mei­ne Ansich­ten über die Durch­füh­rung eines Pro­jekts oder als Krea­ti­ver in Fra­ge gestellt oder nicht respek­tiert wer­den, ist für mich eine Zusam­men­ar­beit been­det, noch bevor sie begon­nen hat.

Ich habe sehr lan­ge gebraucht, um eine Per­son, mit der ich zusam­men­ge­ar­bei­tet habe, als ein ech­tes Arsch­loch zu erken­nen und zu akzep­tie­ren. Nach wie vor glau­be ich, dass sich jeder zu sei­nem Bes­se­ren ver­än­dern kann. Doch wenn ich sehe, dass jemand nicht bereit ist, an sich zu arbei­ten, wei­ge­re ich mich für ihn und/​oder mit ihm zu arbei­ten.

Ich genie­ße den Pro­zess des Schaf­fens und möch­te mich voll­stän­dig dar­auf kon­zen­trie­ren, um für mei­ne Auf­trag­ge­ber das best­mög­li­che Ergeb­nis her­aus­zu­ho­len, das ich erzie­len kann. Ich kann es mir nicht erlau­ben, Ener­gie auf schlech­te Stim­mung oder ähn­li­ches zu ver­wen­den.

Also habe ich für mich beschlos­sen, dass ich nicht mehr für und/​oder mit Arsch­lö­chern arbei­ten wer­de…

Wie hal­tet Ihr das? Ich freue mich auf Eure Kom­men­ta­re …

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